REMEMBER TO BE THANKFUL

dankbar sein

Ich habe diese Angewohnheit Notizen auf meinem iPhone – oft nur Worte, aufzuschreiben.
So viele Dinge geschehen, an die ich mich später nicht mehr erinnern werde.
So viele Tage verlieren wir für immer, weil wir uns nicht erinnern können. Das ist traurig!
Also schreibe ich es mir auf. Im Prinzip wie ein Tagebuch, nur in Form einer Liste mit Orten, Dingen und
Menschen, die mir begegnen und mein Herz berührt haben. So kann ich meinem Gedächtnis für spätere
Zeiten auf die Sprünge helfen und vielleicht diese wunderschönen Erfahrungen wieder erleben.
Oder wie in diesem Moment: Während ich einen Twitter post lese über die Frustration und den Schmerz, die das Jahr hinterlassen hat.

Letztes Jahr habe ich öfter eine Bruchlandung hingelegt, als es mir lieb war. Ist das ein Grund dafür, das vergangene Jahr als ein schlechtes Jahr zu bezeichnen? Nur weil das eine oder andere nicht ganz wie
geplant lief oder sogar total nach hinten los ging?

Kann ich dankbar sein?
Wofür bin ich dankbar? Worauf bin ich stolz?
Für wen bin ich dankbar? Für wen bin ich dankbar, der noch hier ist?
Wer liebt mich? Wer ist an meiner Seite?
Gibt es Erfahrungen, über die ich dankbar sein kann?
Dinge, die gut gelaufen sind oder schlecht gelaufen sind?…

Bei solchen Fragen muss man vor allem ehrlich mit sich selbst sein. Dabei ist es wichtig nicht nur für die
guten Dinge dankbar zu sein, sondern auch für die Erfahrungen, die uns manchmal in die Knie zwingen. 

Wenn man wirklich bemüht mit sich selbst ist, glücklich zu sein über die negativen Dinge, die geschehen, ist man sich im Klaren darüber, dass es negative Dinge gibt die passieren werden, die passieren können. Es gibt Menschen, die dich verletzten werden. Menschen, die aufhören werden dich zu lieben. Menschen,
die dich verlassen werden. Vielleicht nur getrennt von dir oder getrennt vom Leben.
Manchmal wird man von etwas enttäuscht, bei dem man sich viel Mühe gegeben hat. Wenn man sich etwas
getraut hat, es versucht hat und es nicht funktioniert hat. Das kann sehr frustrierend sein!
UND MANCHMAL KANN MAN EBEN AUCH DANKBAR FÜR SOLCHE DINGE SEIN.

Dankbar dafür, dass wir immer noch
hier sind. Für die Person, die wir einst lieben durften oder es immer noch tun. Vielleicht ist die Frustration
darüber, etwas immer wieder zu versuchen oder sogar zu erzwingen, etwas das einen selbst daran erinnert,
wie stark man doch ist.

„Passion means to enjoy or to suffer“ und ich glaube daran, dass wir für unsere Leidenschaft leiden! Wir ertragen und erdulden Vieles dafür. Das heißt letztendlich, dass der Schmerz, den wir empfinden nicht immer mit etwas Negativem verbunden sein muss. Dass wenn es weh tut, man sich nicht gleich auf dem falschen Weg befinden muss. Manchmal tun wir das Richtige und es schmerzt.

Die Schönheit eines vergangenen Jahres zu lieben und dafür dankbar zu sein, heißt nicht nur das Gute, sondern auch das Schlechte wahrzunehmen. Wir sollten also nicht voreilig urteilen, ob ein Jahr schlecht war, sondern uns wirklich die Zeit nehmen und über das unglaubliche Jahr mit all seine schlechten und guten Seiten nachdenken. Über die Menschen, die uns Tag für Tag begegnen, unsere Erfolge, die Niederschläge, die Erfahrungen und und und.

Also nehme dir die Zeit und wenn es nur für fünf Minuten ist. Mache von mir aus eine Liste und denke nach über die unsichtbare
und versteckte Schönheit, die vorhanden war.

Bild: Kai Knoerzer


 

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